Biodiesel

Fettsäuremethylester (Marktname Biodiesel) dienen nach der EU Richtlinie Nr. 2003/30/EC vom 8. Mai 2003  über die Förderung der Nutzung von Bio-Treibstoffen und der Quellen erneuerbarer Energie für den Transport zur Herstellung der Treibstoffe. 100-prozentige Fettsäuremethylester können auch als Treibstoff benutzt werden.

Biodiesel entspricht der Norm EN 14214 und abhängig vom Rohstoff der verarbeitet wurde, heisst er dann:

FAME (Fatty Acid Methyl Ester) – Biodiesel aus gemischten Rohstoffen z.B. aus frischem Rapsöl und Gebrauchtespeisefett oder aus Rapsöl und Soyaöl hergestellt;

RME (Rapeseed Methyl Ester) - Biodiesel aus frischem Rapsöl hergestellt;

AME (Acid Methyl Ester) - Biodiesel ausschließlich aus Gebrauchtespeisefett hergestellt; 

SME (Soy Methyl Ester) - Biodiesel aus frischem Sojaöl hergestellt;

PME (Palm Methyl Ester) - Biodiesel aus Palmöl hergestelt.

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Am 31. August des Jahres 1937 meldete der Belgier G. Chavanne der freien Universität von Brüssel ein Patent zur Umesterung von Pflanzenölen durch Ethanol (auch Methanol wird erwähnt) an, um deren Eigenschaften zur Nutzung als Motorenkraftstoff zu verbessern (Belgisches Patent 422,877).

Seit diesem Zeitpunkt sind uns heute Forschungen im Bereich der Biodieselherstellung bekannt. Biodiesel ist ein nach seiner Verwendung her dem Dieselkraftstoff entsprechender, pflanzlicher Kraftstoff. Im Gegensatz zum konventionellen Dieselkraftstoff wird er nicht aus Rohöl, sondern aus Pflanzenöl, tierischen Fetten oder Altspeiseöl gewonnen. Biodiesel wird deshalb als ein erneuerbarer Energieträger bezeichnet.

Biodiesel gilt heute mittlerweile allgemein als Kraftstoff der Zukunft. Auf Grund der weltweiten Verknappung der Rohölreserven und der dadurch steigenden Ölpreise erfährt die Biodieselbranche einen Aufschwung.

Als Rohstoffe werden in der Biodieselbranche üblicherweise pflanzliche Öle wie beispielsweise Rapsöle verwendet. Auf Grund der immer höher werdenden Preise für Rapsöl und sonstigen pflanzlichen Öle, welche alle samt all time highs aufweisen, ist Altspeisefett als das günstigste Rohstoffsubstitut, ein gefragter Rohstoff am Markt.

Biodiesel bietet wesentliche Vorteile:

Da Biodiesel aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird, ersetzt sein Gebrauch Kraftstoffe auf Erdölbasis, dessen künftige Verfügbarkeit bereits mittelfristig als begrenzt angesehen wird. Bei der Produktion von Biodiesel aus Ölpflanzen gibt es zudem keine Abfallprodukte, da alle Nebenprodukte dieser Reaktion weiterverwertet werden: Rapskuchen und Sojakuchen, die bei der Pressung anfallen, werden als Futtermittel benutzt. Das bei der Umesterung entstehende Glyzerin kann in der chemischen Industrie weiterverwertet werden (etwa für Kosmetik). Das auf dem Feld verbleibende Stroh trägt zum Erhalt des Humuskörpers und damit der Bodenfruchtbarkeit bei.

Bei Leckagen ist Biodiesel deutlich weniger umweltbelastend als herkömmlicher Diesel. Letzterer gehört in die Wassergefährdungsklasse 2 (wassergefährdend), Biodiesel in die Wassergefährdungsklasse 1 (schwach wassergefährdend). Reines Pflanzenöl gilt als nicht wassergefährdend.

Die Abhängigkeit von Importen ist bei Biodiesel unproblematischer als bei Mineralöl, da der Rohstoff Pflanzenöl weltweit in zahlreichen Ländern erzeugt werden kann und die Industrie nicht, wie bei Erdöl der Fall, auf Lieferungen aus politisch unruhigen Regionen angewiesen ist.

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